Ratgeber

Werbung am Baugerüst: Was Eigentümer wissen sollten

· 2 Min. Lesezeit

Große Werbeplanen an eingerüsteten Häusern kennt man aus Innenstädten. Was viele Eigentümergemeinschaften nicht wissen: Auch ein ganz normales Wohnhaus kann während einer Sanierung Werbeeinnahmen erzielen. Wie das funktioniert, was es bringt und was dafür nötig ist, erklärt dieser Artikel.

Wie funktioniert Gerüstwerbung?

Während Dach- oder Fassadenarbeiten steht oft für mehrere Monate ein Gerüst vor dem gesamten Haus. Auf einem Teil dieser Fläche wird eine bedruckte Werbeplane montiert. Die Eigentümergemeinschaft stellt die Fläche für die Dauer der Bauzeit zur Verfügung und erhält dafür eine Vergütung. Ein Vermarkter kümmert sich um Werbekunden, Genehmigung, Druck und Montage.

Was bringt Werbung am Gerüst?

Das hängt vor allem von drei Faktoren ab:

  • Lage und Sichtbarkeit: Wie viele Menschen kommen täglich vorbei, zu Fuß, mit dem Rad, mit Auto oder Tram? Ist die Fassade gut sichtbar?
  • Fläche: Wie groß ist der Teil des Gerüsts, der als Werbefläche genutzt werden darf?
  • Laufzeit: Wie lange steht das Gerüst?

An stark frequentierten Straßen können spürbare zusätzliche Einnahmen für die Eigentümergemeinschaft entstehen. In ruhigen Wohnstraßen ist das Potenzial deutlich kleiner, aber nicht automatisch null. Eine individuelle Einschätzung schafft Klarheit.

Welche Genehmigungen braucht es in Berlin?

In Berlin entscheidet jeweils der Bezirk. Werbung am Gerüst braucht in der Regel eine Genehmigung, die sich an der Bauzeit orientiert und zeitlich begrenzt ist. Üblicherweise darf nur ein Teil der Gerüstfläche für Werbung genutzt werden. Die Antragstellung übernimmt normalerweise der Vermarkter.

Was muss die Eigentümergemeinschaft tun?

Die Eigentümerversammlung beschließt, die Fläche zur Verfügung zu stellen. Am besten geschieht das in derselben Versammlung, in der über die Sanierung entschieden wird. Danach entsteht für die Gemeinschaft kein zusätzlicher Aufwand.

Stört die Werbung die Bewohner?

Die Werbeplane hängt außen am Gerüst, ähnlich wie ein Staubschutznetz, das ohnehin oft angebracht wird. Vor Fenstern wird in der Regel lichtdurchlässiges Gewebe verwendet, damit die Wohnungen hell bleiben. Die Inhalte können vorab abgestimmt werden, etwa um bestimmte Branchen auszuschließen.

Häufige Fragen

Kostet die Gerüstwerbung die Gemeinschaft etwas?
Nein. Druck, Montage und Genehmigung tragen Vermarkter beziehungsweise Werbekunde.
Lohnt sich das auch für kleinere Häuser?
Das hängt von der Lage ab. Gerade an belebten Straßen kann auch ein kleineres Haus interessant sein.
Wann sollte man sich melden?
Möglichst früh, ideal sobald feststeht, dass saniert wird. Die Genehmigung durch den Bezirk braucht Vorlauf.